Lohrheidestrasse 57
KUNSTZENTRUM-BOCHUM

 

Dozenten des Instituts für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie

 

 

Björn Barends
Illustrator & DTP-Fachmann (IBKK), Bachelor of Design (Bdes)

 

Wie bist Du zur Malerei und/oder Illustration gekommen?

Die Malerei hat mich schon mein ganzes Leben lang beschäftigt. Ich glaube, die meisten haben als Kinder ganz gerne gemalt, nur hörte der größte Teil damit irgendwann wieder auf. Das gab es für mich nie. Es war für mich immer ein Ausgleich zu dem sehr lauten und aktiven Kind, das ich damals war. Beim Malen konnte ich dann abschalten.

Dass ich mich für Illustration entschieden habe, liegt wohl vor allem daran, dass ich immer schon Geschichten mit meinen Bildern erzählen wollte und auch schon als kleines Kind beim Spielen ganze Geschichten um die Spielzeugfiguren herum erfunden habe.

Als ich jünger war, wollte ich noch Comiczeichner werden, um meine Geschichten erzählen zu können. Aber ich habe doch gemerkt, dass ich mich nicht gerne über Monate oder sogar Jahre mit ein und derselben Sache beschäftigen möchte und gerne meine Energie in Einzelbilder stecke. Also habe ich mich für Illustration entschieden, da ich auch hier Geschichten mit meinen Bildern erzählen kann.

Was sind Deine Schwerpunkte?

Meine Schwerpunkte .... das ist eine nicht ganz einfache Frage. Denn es kann sein, dass ich diese Frage nächstes Jahr wieder anders beantworten würde. Ich lege mich da ungern fest. Ich bin wohl am liebsten im phantastischen Bereich unterwegs. Darin finde ich mich und meine Arbeiten wohl am ehesten wieder. Ich arbeite allerdings auch öfters als Karikaturist, und auch in der Werbung bin ich schon öfters mal tätig.

Aber was ich wohl sagen kann, ist, dass ich schon immer eine Faszination für das Makabere hatte und habe. Für mich persönlich kann viel Witz oder Anmut im Düsteren und Hässlichen liegen.

Darüber hinaus bin ich sehr detailverliebt, weshalb es oft auch Kleinigkeiten in meinen Bildern zu entdecken gibt.

 

Mit welchen bevorzugten Werkzeugen setzt Du Deine Ideen oder Aufträge um?

Auftragsarbeiten mache ich fast ausschließlich digital, da ich immer damit rechnen muss, dass etwas geändert werden muss, was am Computer einfach viel schneller geht.

Aber auch privat benutze ich immer mehr den Computer, obwohl ich den echten Stift und echten Pinsel eigentlich bevorzuge. Aber ich habe da einfach keinen Platz für. Auf meinen Computer passen alle Bilder mühelos drauf und ich möchte nicht immer neue Stellen suchen müssen, an denen ich noch Bilder in der Wohnung verstecken kann.

Aber das kann sich schnell wieder ändern. Es kann gut sein, dass ich in ein, zwei Monaten erst mal wieder genug von der Arbeit am Computer habe und etwas Neues machen will.

 

Eine Ausnahme hierbei sind Tuscheillustrationen. Das kann ich am Computer nicht, da ich dabei auch gerne den Zufall einsetze. Die werden also immer noch mit Feder und Pinsel gemalt.

 

 

Gibt es Künstler, die dich inspiriert haben und warum?

Der Künstler, der mich als allererstes inspiriert hat, war der Comiczeichner Todd Mcfarlane. Ich denke, da war ich 10 Jahre alt. Ich hielt einen seiner düsteren detaillierten Comics in der Hand und war so fasziniert, dass ich ab da wusste, wo mein Ziel ist.

Diese Ziele haben sich dann zwar immer mal leicht geändert und auch seine Arbeiten finde ich nicht mehr so besonders wie damals. Aber meine damaligen Traum folge ich eigentlich noch immer.


Auch wenn es inzwischen sehr viele Künstler gibt, die mich inspiriert oder beeinflusst haben. Und jeder von ihnen unterscheidet sich im Stil eigentlich sehr stark. Da wären Künstler wie: Egon Schiele/Francisco de Goya/Caspar David Friedrich/Ralph Steadman oder auch Comic Zeichner wie Ashley Wood/Ben Templesmith/Riccado Federici/Greg Capullo und noch viele mehr. Ich kann gar nicht alle aufzählen.

 

Aber was sie alle gemeinsam haben, ist, dass ich ihre Arbeiten aus tausenden heraus erkennen würde und dass die Bilder leben. Das finde ich eigentlich immer das Wichtigste. Ich denke, man kann sich über Vieles in der Kunst streiten. Aber nicht darüber, ob ein gutes Bild lebendig sein und Emotionen übertragen sollte.

 

Was reizt Dich an Deiner Unterrichtstätigkeit?

 

Nun ja, zuallererst ganz egoistisch sehe ich es als Möglichkeit, meinen Berufsalltag vielfältiger zu gestalten.

Ich liebe es, zuhause für mich oder an Aufträgen zu arbeiten, aber wenn ich zwischen 5 und 7 Tage die Woche nur für mich alleine im Arbeitszimmer sitzen würde, um zu malen, würde mir schnell die Decke auf den Kopf fallen. Da ist es eine tolle Abwechselung, um auch den Kontakt zu Studenten zu haben.

 

Was mich am Unterrichten so reizt, ist das Probleme-lösen: Ich probiere gerne Sachen aus und suche nach Wegen, um an mein Ziel zu kommen und das versuche ich auch, an die Studenten weiterzugeben. Für mich ist Malen ein Prozess oder Experiment, bei dem man immer den besten Weg sucht, um an sein Ziel zu gelangen. Wenn es klappt, kann man sich freuen und wenn es mal nicht klappt, ist das auch kein Untergang, da man dieselben Fehler nur selten wiederholt. Ich glaube, das möchte ich auch gerne vermitteln, dass nämlich ein Bild, das nicht gelingt, kein Versagen ist, sondern einfach zum Prozess dazugehört und man davor viel weniger Angst haben sollte.

Ich denke auch, wenn jemand einen Weg findet, seine Bilder mit vollkommener Zuverlässigkeit zu erstellen, ohne sich dabei selbst noch zu überraschen, dann sollte er versuchen, sich von der Art zu malen zu lösen und etwas Neues wagen. (Was, glaube ich, nicht ganz einfach ist, denn es ist ja ein sicherer Hafen, den man verlassen müsste)

Die Aufgabe eines Dozenten sehe ich darin, die Studenten herauszufordern und sie nicht immer einfach dasselbe machen zu lassen, sie sollen etwas wagen und sich entwickeln. Wenn nicht im Studium, wann dann?

Was sind Deine Schwerpunkte im Unterricht?

Ich bin mir nicht sicher, ob es da wirklich Schwerpunkte gibt. Aber es macht mir am meisten Spaß, mit den Studenten daran zu arbeiten, ihre eigene Phantasie in Bilder umzusetzen. „Der Phantasie Leben einhauchen“ beschreibt es, denke ich, am besten.

Wichtig ist mir darüber hinaus immer, dass ich niemandem meinen Stempel aufdrücke, sondern nur dabei helfe, die eigenen Ideen auf eine eigene Weise umzusetzen. Hat ja keiner etwas davon, wenn nachher dutzende Illustratoren da draußen herumlaufen, die genauso malen wie ich.

Was ist für Dich der wichtigste Faktor in der Weiterbildung?

Wichtig ist, denke ich, die Studenten ein wenig darauf auch vorzubereiten, dass nicht alles beim Malen und Kunst -Machen Spaß macht, sondern dass es auch Sachen gibt, die man machen muss, ohne dass es einem sehr liegt. Und dass es eben nicht ist wie bei "Deutschland sucht den Superstar", wo ich hingehe, weil ich gerne singe, danach einen Crashkurs im Singen bekomme und dann "Superstar" bin. Sondern dass auch Kunst- Machen mit viel harter Arbeit zu tun hat, zumindest wenn man etwas erreichen will..., das klingt jetzt vielleicht nicht sehr künstlerisch.....aber gehört wohl doch leider zur Realität. Auch ein Hobby wird zur Arbeit, wenn ich damit mein Geld verdienen will.

Aber trotzdem ist das Erschaffen von Bildern und/oder andere dabei zu unterstützen, etwas zu erschaffen, was sie auf die Leinwand bringen wollen, die schönste Arbeit, die ich mir vorstellen kann.

 

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